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Technik

EV-Ladekosten zuhause 2026: die Rechnung pro 100 km

Was Laden zuhause 2026 wirklich pro 100 km kostet — Standardstrom (37,0 ct/kWh) vs. Autostrom (~27,6 ct/kWh), Ladeverluste und die ehrliche Wallbox-Amortisation im Vergleich zu Benzin.

milanbuha0011. Juli 20266 Min. LesezeitRead in English
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Ein Mittelklasse-Elektroauto kostet aktuell in Deutschland grob 5,50 bis 7,40 €, um 100 km auf Haushaltsstrom zu fahren. Ein vergleichbarer Benziner kostet rund 13 €. Diese Lücke ist die ganze Geschichte — doch die ehrliche Zahl hängt von drei Dingen ab, die kaum ein Artikel an einem Ort zusammenbringt: dem tatsächlichen Verbrauch Ihres Autos, ob Sie den normalen Haushaltstarif oder einen eigenen Autostrom-Tarif zahlen, und den Ladeverlusten, die niemand erwähnt.

TL;DR — die Zahlen, auf die es ankommt

  • Haushaltsstrom Standard liegt 2026 bei 37,0 ct/kWh (BDEW), runter von 39,3 ct 2025.
  • Ein eigener Autostrom-Tarif liegt für Neukunden bei durchschnittlich ~27,6 ct/kWh — rund 25 % weniger.
  • Durchschnittsfall: 7,40 € pro 100 km zuhause gegenüber ~13,29 € für einen 7-L/100km-Benziner.
  • AC-Laden verliert ~10 % zwischen Steckdose und Batterie — rechnen Sie mit den kWh, die Sie ziehen, nicht denen, die gespeichert werden.
  • Eine 1.200-€-Wallbox amortisiert sich in ~1 bis 1,5 Jahren gegenüber Benzin beim aktuellen Kraftstoffpreis.
7,40 €durchschnittliche Kosten, ein E-Auto 100 km auf deutschem Standard-Haushaltsstrom zu fahren (20 kWh/100 km × 37,0 ct/kWh)

Die zwei Strompreise, die 2026 zählen

Deutschland hat nicht einen EV-Ladepreis — es hat zwei Welten, und welche für Sie gilt, verändert die Antwort um ein Drittel.

Haushaltsstrom Standard: 37,0 ct/kWh

Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis liegt 2026 laut BDEW-Strompreisanalyse (April 2026) bei 37,0 Cent pro kWh — 2,3 Cent unter dem 2025er-Schnitt von 39,3 ct/kWh, vor allem wegen eines Zuschusses bei den Übertragungsnetzentgelten. Dieser Gesamtpreis zerfällt in drei Bestandteile:

Preisbestandteilct/kWh
Beschaffung & Vertrieb15,2
Netzentgelte9,3
Steuern, Abgaben & Umlagen12,6
Gesamt37,0

Wenn Sie noch nie aktiv einen Tarif gewählt haben, stecken Sie fast sicher in der lokalen Grundversorgung — historisch eine der teuersten Optionen. Wer wie ich rund um die Uhr ein Homelab betreibt, das ständig Strom zieht, behält den eigenen kWh-Preis genau im Blick, und der Grundversorgungstarif ist so gut wie nie der, auf dem man ein Auto laden möchte.

Autostrom- und Nachttarife

Ein eigener Autostrom-Tarif ist speziell für E-Auto-Besitzer bepreist. Im April 2026 lagen die Autostrom-Neukundentarife im Schnitt bei rund 27,6 ct/kWh (Bestandskunden ~31,2 ct/kWh), und im Februar 2026 reichte die Spanne von 19,74 bis 34,05 ct/kWh. CHECK24 beziffert die typische Autostrom-Ersparnis auf rund 25 % gegenüber normalem Haushaltsstrom.

Wer noch einen Schritt weitergeht mit einem dynamischen Tarif oder Nachttarif — Tibber, Awattar und Rabot.Charge bepreisen stundengenau —, kann beim Laden im Schlaf noch einmal 5 bis 10 ct/kWh vom Preis abziehen.

Tip

Ist Ihre Wallbox als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach §14a EnWG registriert, erhalten Sie reduzierte Netzentgelte — echtes Geld auf den 9,3-ct-Anteil — im Tausch dafür, dass der Netzbetreiber das Laden kurzzeitig bei Spitzenlast drosseln darf. Beim nächtlichen Laden werden Sie das fast nie bemerken.

Die Kosten-pro-100-km-Tabelle

Hier die Rechnung, die die Suchergebnisse ständig auslassen. Die Verbrauchswerte sind die kWh, die an der Steckdose gezogen werden, pro 100 km — darin steckt bereits rund 10 % AC-Ladeverlust über den Batteriewerten von ~14,5 / 18 / 21,5 kWh:

kWh/100km (an der Steckdose)Standard 37,0 ctAutostrom 27,6 ctNacht/dynamisch 22 ct
16 (effizient — Kleinwagen-EV)5,92 €4,42 €3,52 €
20 (Durchschnitt — Mittelklasse)7,40 €5,52 €4,40 €
24 (durstig — SUV/Winter)8,88 €6,62 €5,28 €

Eine Zeile waagerecht gelesen zeigt: Allein die Tarifwahl verschiebt die Kosten um 40 %. Eine Spalte senkrecht gelesen zeigt: Der Verbrauch — Fahrstil, Kälte, ein schweres SUV — verschiebt sie um einen ähnlichen Betrag. Beide Hebel multiplizieren sich.

Hinweis

Diese Ladeverluste sind kein Rundungsfehler. Ein Auto, das im Display 18 kWh/100 km zeigt, zieht tatsächlich rund 20 kWh aus der Steckdose, weil AC-DC-Umwandlung und Batterieheizung nicht kostenlos sind. Die Rechnung muss mit dem Steckdosenwert arbeiten, sonst unterschätzen Sie um rund ein Zehntel. Das ist auch, warum die Wahl des richtigen E-Autos teils eine Frage der Betriebskosten ist, nicht nur des Kaufpreises.

Im Vergleich zu Benzin: die Zahl, die alle wissen wollen

Super E10 kostete im Juli 2026 im Schnitt 1,899 € pro Liter (ADAC). Dieselbe Drei-Zeilen-Logik für einen Benziner:

BenzinverbrauchKosten pro 100km
6 L/100km11,39 €
7 L/100km13,29 €
8 L/100km15,19 €

Das durchschnittliche Mittelklasse-E-Auto mit 20 kWh spart also ~5,90 € pro 100 km auf Standardstrom und ~7,75 € auf Autostrom gegenüber einem typischen 7-L/100km-Benziner — eine Reduktion von 44 % bis 58 %. Das deckt sich mit der Feststellung von Clean Energy Wire, dass Laden zuhause rund halb so viel kostet wie Tanken. Die Ersparnis ist real, aber sie kommt aus dem Treibstoff, nicht aus einem einzelnen Gerät.

Rechnet sich die Wallbox?

Eine intelligente Wallbox mit eingebautem Zähler kostet installiert 800 bis 2.000 €, manchmal mit kleiner Jahresgrundgebühr. Nehmen Sie eine 1.200-€-Wallbox und 15.000 km im Jahr:

  • Auf Standardstrom: 5,90 €/100 km gespart × 150 = ~885 €/Jahr → Amortisation in ~1,4 Jahren.
  • Auf Autostrom: 7,75 €/100 km gespart × 150 = ~1.165 €/Jahr → Amortisation in ~1 Jahr.

Wer noch keine Wallbox besitzt, findet einen Überblick im Wallbox-Vergleich für Deutschland, bevor er kauft. Wer zusätzlich eine PV-Anlage hat, kann die Rechnung weiter drücken — mehr dazu im Artikel zum Laden mit PV-Überschuss. In beiden Fällen gilt derselbe Grundsatz wie bei der Tarifwahl: Rechnen Sie die eigene Kilometerleistung und den eigenen Strompreis durch, statt eine Pauschalzahl aus dem Internet zu übernehmen — die Amortisationszeit hängt direkt von beidem ab.

Achtung

Rechnen Sie die Amortisation ehrlich durch. Sie können auch über eine gewöhnliche Schuko-Steckdose trickle-laden, die Wallbox schafft die Ersparnis also nicht — der Wechsel weg vom Benzin tut das. Eine Wallbox kauft Ihnen Geschwindigkeit (drei- bis viermal schneller) und elektrische Sicherheit (eine Haushaltssteckdose, die stundenlang unter Volllast läuft, ist ein echtes Brandrisiko). Rechtfertigen Sie die Anschaffung damit — nicht mit der Fantasie, dass eine Steckdose Sie Geld kostet.

So senken Sie Ihre Ladekosten wirklich

Die drei Tabellen oben zeigen bereits, wo das Geld liegt: nicht in einem einzelnen Trick, sondern im Zusammenspiel aus Tarif, Ladezeitpunkt und Netzentgelt. Drei Hebel, nach Wirkung sortiert:

  1. Den Grundversorgungstarif verlassen. Die meisten Haushalte stecken in einem teuren Grundversorgungstarif. Der Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter mit Autostrom- oder dynamischem Tarif ist der mit Abstand größte Hebel — und in fünfzehn Minuten erledigt.
  2. Nachts laden. Kombinieren Sie einen dynamischen Tarif mit einem Wallbox-Timer und lassen Sie das Auto in den günstigsten Stunden vollladen.
  3. Nach §14a EnWG registrieren für reduzierte Netzentgelte auf dem Wallbox-Stromkreis.

Dieselbe Gewohnheit, erst die echten Zahlen durchzurechnen, bevor man sich festlegt, gilt weit über Autos hinaus — genauso gehe ich an die Stromkosten in einem 24/7-Homelab heran, und genauso funktioniert die Rechnung bei der Frage, was Krankenversicherung in Deutschland wirklich kostet.

Die meisten Haushalte verlassen nie den Grundversorgungstarif — ein Autostrom- oder dynamischer Tarif ist der größte Hebel bei Ihren Ladekosten.

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E-Auto-Besitzer wechseln in der Herbst-Wechselsaison auch gern die Kfz-Versicherung — vergleichen Sie dann die Kfz-Versicherung bei Tarifcheck.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet es, ein E-Auto zuhause in Deutschland pro Monat zu laden?

Bei 15.000 km/Jahr (1.250 km/Monat) und 20 kWh/100 km ziehen Sie rund 250 kWh/Monat. Auf Standardstrom mit 37,0 ct/kWh sind das etwa 92 €/Monat; auf einem ~27,6-ct-Autostrom-Tarif etwa 69 €/Monat.

Ist Laden zuhause günstiger als öffentliches Laden?

Fast immer. Haushaltsstrom mit 27–37 ct/kWh unterbietet typisches öffentliches AC-Laden (~50–60 ct/kWh) und DC-Schnellladen (~60–80 ct/kWh) deutlich. Öffentliches Laden ist für Reichweite unterwegs gedacht, nicht für den routinemäßigen Nachschub.

Brauche ich eine Wallbox, oder reicht eine normale Steckdose?

Eine Steckdose funktioniert zum langsamen nächtlichen Laden, aber eine Haushaltssteckdose, die stundenlang unter Volllast läuft, ist ein Brandrisiko und sehr langsam. Eine Wallbox ist sicherer und drei- bis viermal schneller; der Strompreis bleibt in beiden Fällen gleich.

Was ist ein Autostrom-Tarif, und wie viel spart er?

Es ist ein Stromtarif, der für E-Auto-Besitzer bepreist ist, mit durchschnittlich ~27,6 ct/kWh für Neukunden im Jahr 2026 — laut CHECK24 rund 25 % unter dem Standard-Haushaltsstrom.

Wie stark schlagen AC-Ladeverluste zu Buche?

Rund 10 %. Ein Auto, das 18 kWh/100 km anzeigt, zieht etwa 20 kWh aus der Steckdose — rechnen Sie deshalb immer mit dem Steckdosenwert, nicht mit dem Wert im Display.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information zu Strompreisen und Ladekosten in Deutschland, keiner individuellen Beratung. Preise, Tarife und Förderregeln ändern sich; prüfen Sie aktuelle Werte bei Ihrem Netzbetreiber oder Stromanbieter. Alle Angaben ohne Gewähr.

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